Wolff Horbach
Gründer von GlücksNetz

Wolff Horbach stellt sich den Fragen von Elita Wiegand*
Was bedeutet für Sie Glück?
Glück hat viele Gesichter. Für mich sind wichtig: Gesundheit, Handlungsfreiheit, eine gesunde Umwelt, ein paar gute Freunde. Das ist sozusagen die Basis. Dazu kommen die vielen kleinen Glücksmomente: ein Spaziergang, Fahrrad fahren, Blumen und Tiere betrachten, ein Lächeln, ein inspirierendes Gespräch, ein interessantes Buch, ein gutes Glas Wein.
Sie sagen, dass Glück lernbar ist. Was meinen Sie damit?
Wir haben mit dem Begriff Glück in der deutschen Sprache ein Problem: Glück steht sowohl für den günstigen Zufall wie den Lottogewinn als auch für angenehmen Zustand, den wir alle anstreben. Engländer und Amerikaner nennen den günstigen Zufall luck und das tolle Gefühl happiness. Ein türkischer Freund hat mir erzählt, dass es in seiner Muttersprache noch viel mehr Differenzierungen für Glück gibt. Luck können wir nicht lernen, sondern nur begünstigen, z.B. in dem wir uns ein Lotterielos kaufen. Happiness ist jedoch die Folge von geistigen Einstellungen und aktiven Handlungen. Schon im alten Griechenland gab es regelrechte Glücksschulen, in denen man das gute Leben lernen konnte. Die Glücksforschung der letzten Jahre bringt noch ganz andere Erkenntnisse zu Tage. Es ist eindeutig belegt, dass wir von glücklichen Menschen lernen können, wie wir unser Leben freudvoller gestalten können.
Aber gerade der Begriff "lernen" stößt doch bei vielen Menschen auf Ablehnung...
Ja leider. Ich bin auch immer wieder überrascht. Die Menschen scheint der Begriff "lernen" direkt an Schule zu erinnern. Und damit scheinen eher unangenehme Erinnerungen verbunden zu sein. Für mich selbst ist "lernen" positiv besetzt. Ich muss nicht alle Erfahrungen selbst machen, sondern kann die Erfahrungen meiner Mitmenschen nutzen. Wir tun das zwar jeden Tag, aber erinnern uns nicht daran. Wenn ich mein persönliches Glück steigern möchte, sollte ich mein Verhalten in bestimmten Bereichen ändern. Und Verhaltensänderung beginnt immer mit Lernen. Wenn ein Kind sich die Finger an der heißen Herdplatte verbrennt, wird es beim nächsten Mal nicht mehr darauf tatschen. Wir können das jetzt Erfahrung oder Lernen nennen. Wichtig ist, sich nicht mehr die Finger zu verbrennen.
Warum haben wir zum Thema Glück ein gestörtes Verhältnis?
Zunächst bin ich an das Thema Glück ziemlich naiv herangegangen. Ich war mir sicher, dass jeder danach strebt. Alle wollen es haben. Aber ich war dann doch überrascht, welche Widerstände Menschen haben, wenn es um die konkrete Umsetzung geht. Da gibt es zunächst die Gruppe der Menschen, denen schlicht das Know how zum Glück fehlt. Sie glauben nicht daran, dass Glück lernbar ist. Das hat mit der vorhin gesagten Doppelbedeutung von Glück in unserer Sprache zu tun. Diese Gruppe von Menschen sagt in etwa: "Glück hat man oder hat es nicht".
Eine zweite Gruppe von Menschen scheint mir durch Erziehung und vor allem Religion darin geprägt zu sein, dass sie es für unanständig halten, nach Glück zu streben. Ein Dame, der ich neulich begegnete, scheint mir eine typische Vertreterin dieser Gruppe zu sein. Sie sagte: "Es gibt so viele Menschen auf der Welt, denen es schlecht geht. Da kann ich doch nicht nach Glück streben." Diese Menschen machen sich ein schlechtes Gewissen, wenn sie nach Glück streben. Wahrscheinlich denken sie, sie würden dann andere Menschen schädigen. Dabei verkennen sie, dass sie für die anderen Menschen eine Menge tun könnten, wenn sie selbst sehr glücklich wären.
Und es gibt da einige diffuse Ängste, die mir noch nicht so ganz klar sind: Manche Menschen glauben, dass sie das Glück zerstören, wenn sie sich aktiv darum kümmern. Das ist in etwa so, als würde ich Gefahr laufen krank zu werden, wenn ich meinen Körper pflege. Vielleicht wollen manche Menschen auch gar nicht so genau hinsehen, was ihr Glück betrifft. Sie haben wahrscheinlich Angst vor der zunächst negativen Bilanz. Das ist in etwa so, als würde jemand nicht auf einen Kontoauszug sehen wollen, weil er befürchtet, dass das Konto im Soll steht. Diese Ängste führen dazu, dass die Menschen erstarren, anstatt die Chance zu erreifen, Ihr Glück zu schmieden. Sie sind oder werden dann meistens depressiv.
Wenn wir depressiv oder unzufrieden sind, ist es nicht besser einen Psychologen aufzusuchen?
Wir alle erleben Phasen, in denen wir uns nicht gut fühlen. Dann haben wir eine depressive Verstimmung. Bei den meisten Menschen verschwindet diese nach kurzer Zeit wieder. Gefährlich wird es, wenn diese negative Grundstimmung über längere Zeit anhält. Dann kann das zu einer schweren Krankheit werden. Depression ist mittlerweile eine neue Volksseuche geworden. Die Wahrscheinlichkeit an ihr zu erkranken, ist in den letzten 50 Jahren um fast das 10fache angewachsen. Ständig leiden in unserem Lande mehrere Millionen Menschen an einer mittleren bis schweren Depression.
Bei einer schweren Depression rate ich auf jeden Fall dazu möglichst schnell einen erfahrenen Psychiater oder Psychotherapeuten aufzusuchen. Der Psychiater ist Arzt und kann auch Medikamente, in diesem Fall Antidepressiva, verordnen. Die besten Heilungschancen gibt es zurzeit mit einer Mischung aus Psychopharmaka im Anfang der Behandlung und einem Verhaltungstraining. Wenn der Patient durch die Psychopharmaka eine Stimmungsaufhellung erfährt und dann lernt, sein Verhalten nachhaltig zu ändern, dann hat er sehr gute Chancen, der Krankheit dauerhaft zu entfliehen.
Aber das Kind muss nicht erst in den Brunnen fallen. Wir alle können lernen, unser Leben freudvoller zu gestalten und vor allem mit den unangenehmen Wechselfällen des Lebens konstruktiver umzugehen. Wenn ich gelernt habe, was mir gut tut und wie ich negative Ereignisse bewältigen kann, dann habe ich einen guten Schutzpanzer gegen Depression erworben.
Ist Glück denn überhaupt ersterbenswert?
Oh ja! Mir gefällt da besonders ein flämisches Sprichwort: "Von zu viel Glück ist noch niemand gestorben". Natürlich können wir nicht ständig auf Wolke 7 schweben. Der Leben ist keine Gerade, sondern hat Dynamik und Rhythmen. Musik gefällt uns durch das Auf und Ab der Töne. Alles andere wäre ein-tönig. Auch die anderen großen Dinge des Lebens bestehen aus Rhythmus: Tag und Nacht, Sommer und Winter, Aktivität und Erholung. Ich kann mir auch kein Liebespaar vorstellen, welches in Ruhe verharrt.
Glück bedeutet für mich also nicht etwas Absolutes, sondern die Erhöhung des Niveaus: mehr Dur als Moll, mehr Licht als Schatten, mehr Freude als Trauer.
Was haben wir davon, wenn wir unseren Glückspegel steigern?
Zunächst ist glücklich zu sein ein äußerst angenehmes Gefühl. Darin steckt automatisch eine Belohnung. Wenn ich in der Lage bin, diesen Zustand gezielt herbeizuführen, ist das einer der besten Fähigkeiten, die ich in meinem Leben erwerben kann.
Glückliche Menschen werden zusätzlich darin belohnt, dass sie weniger Unglück erleiden. Eine zentrale Fähigkeit ist die Aufmerksamkeit. Wenn ich sehr aufmerksam bin, werde ich Unglücke vermeiden und Gefahren eher aus dem Weg gehen.
Es wird immer wieder belegt, dass glückliche Menschen gesunder sind. Positive Gedanken und Übungen wie Meditation stärken nachweislich das Immunsystem. Glückliche Menschen achten wahrscheinlich auch mehr auf ihren Körper und sind in der Lage, ihn freudvoll zu genießen.
Letztes Jahr gab es in den USA eine große Analyse von über 200 Untersuchungen der Glücksforschung, an der über 200.000 Versuchspersonen teilgenommen hatten. Das wichtigste Fazit: Nicht erfolgreiche Menschen sind glücklich, sondern glückliche Menschen sind erfolgreich. Glücklichsein ist quasi ein Grundfähigkeit, auf der andere Fähigkeiten aufbauen können.
Ein weiterer Grund ist für unsere Mitmenschen und die Gesellschaft wichtig: Glückliche Menschen sind mit sich zufrieden und haben keinen oder wenig Anlass mit ihren Mitmenschen in Konflikt zu geraten. Um es salopp auszudrücken: wer glücklich ist, überfällt keine Banken und klaut nicht im Supermarkt. Er geht ganz einfach freundlicher mit seinen Mitmenschen um. Ich persönlich wäre gerne von möglichst vielen glücklichen Menschen umgeben.
Was muss ich auf Ihrer Internet-Plattform genau tun, um Glück zu lernen?
Vereinfacht gesagt: Etwas lesen und es dann in der Praxis, h.d. im täglichen Leben auszuprobieren.
Das Wissen über Glück und die Erkenntnisse der Glücksforschung sind so aufbereitet, dass man sie in kleinen genussvollen Häppchen genießen kann.
Das ideale Mitglied stelle ich mir so vor: Es nimmt sich jeden Tag ca. 15 Minuten Zeit und Ruhe für sich. Es ruft das GlücksNetz auf und liest einen weiteren GlücksWeg. Ein GlücksWeg ist eine kleine in sich abgeschlossen Informationseinheit. Dazu gibt es mehrere Übungen. Die Übungen lassen sich wunderbar in den Alltag einbauen. Das ideale Mitglied wendet die Übung am gleichen Tag an und macht damit seine Erfahrung.
Beim nächsten Mal kann das Mitglied den GlücksWeg bewerten und für sich persönlich einschätzen wie viel dieser Weg zum persönlichen Glück beiträgt.
So gibt es zurzeit insgesamt 53 Glückswege. Täglich ein Weg, bedeutet dann bei täglichem Einsatz knappe zwei Monate Zeit. Die werden sehr freudvoll sein, weil jeden Tag neue Erkenntnisse und positive Erlebnisse hinzukommen. Im Lauf der Zeit werden die Zusammenhänge klaren. Die Weg und Methoden unterstützen sich gegenseitig.
Am Ende steht dann eine gewachsene Kompetenz für das eigene Glück.
Es gibt natürlich viele Mitglieder, die nicht jeden Tag im GlücksNetz sind, sondern nur zwei-, dreimal die Woche oder weniger. Das ist vollkommen in Ordnung. Das Ganze geht dann nur etwas langsamer vor sich.
Woher wissen Sie, dass Ihre Übungen funktionieren?
Im GlücksNetz gibt es für jedes Mitglied die Möglichkeit Beiträge, Tipps usw. zu kommentieren. Dadurch gibt es viel Feedback von den Mitgliedern. Daher weis ich, wie die Übungen ankommen. Das unmittelbare Feedback der Mitglieder fließt dann direkt in Verbesserungen ein. Das ist ein ständiger Prozess.
Ich bin sehr darin interessiert, durch statistische Auswertungen zu belegen, dass die Informationen und Übungen tatsächlich zu einem glücklicheren Leben führen. Momentan ist die statistische Basis noch zu schmal, um damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Aber ich bekomme von einzelnen Mitgliedern immer öfter Nachrichten geschickt, die mich ganz glücklich machen. Sie berichten von plötzlichen Eingebungen und freudvollen Ereignissen. Letzte Woche schrieb mir jemand, dass er die Übung mit dem Dankesbrief gemacht habe und seiner Frau einen solchen Brief geschrieben habe. Die Gattin war ganz hin und weg. Und wenn ich richtig zwischen den Zeilen gelesen habe, hatten die beiden dann ein freudvolles Wochenende.
Trotzdem haben wir manchmal einfach einen schlechten Tag und dann sind wir eben nicht himmelhoch. Was ist daran schlimm?
Schlimm ist das gar nicht. Solche Tage habe ich auch. Aber sie sind in der letzten Zeit weniger geworden. Früher war ich einfach verstimmt, habe die schlechte Stimmung mit in die Familie und das Team getragen. Das breitete sich dann aus.
Heute kann ich anders damit umgehen. Alleine die Feststellung "ich fühle mich momentan nicht so gut" führt zu einer Veränderung. Ich stehe auf und merke, dass ich heute Morgen nicht so toll drauf bin. Ich betreibe dann Ursachenforschung: Ah, ich bin erst um drei ins Bett gekommen und habe nur vier Stunden geschlafen. Das war einfach zu wenig. Mein Körper signalisiert mir, dass da etwas nicht ganz in Ordnung ist. Jetzt kann ich meine Schlüsse daraus ziehen. Und demnächst länger schlafen.
Warum wollen Sie Menschen glücklich machen?
Weil ich mich selbst damit glücklich mache. Wenn ich Kommentare lese wie "Huchhu, es funktioniert!" oder Dankes E-Mails bekomme, die von freudvollen Erfahrungen berichten, dann versetzt mich dies augenblicklich in einen glücklichen Zustand. Davon möchte ich noch viele erleben.
Der Nutzer Ihrer Plattform zahlt eine Gebühr. Da schleicht sich schnell der Verdacht ein, dass Sie sich glücklich machen wollen …
Zunächst mal gibt es auf der Plattform eine Menge gratis. Es gibt in dem offenen Teil News aus der Glücksforschung. Hier findet der interessierte Leser eine Menge zu dem Thema. Dieser Service wird noch weiter ausgebaut.
Als zweites gibt es eine kostenlose und unverbindliche Basis-Mitgliedschaft. Dort bekommt das Mitglied eine Menge Glücks-Know how geschenkt.
Für die Premium-Mitgliedschaft wird ein Betrag erhoben, der aber ein überragendes Nutzen-Preis-Verhältnis bietet. Mehrere Gründe haben mich dazu bewogen, einen Mitgliedsbeitrag einzuführen. Der simpelste ist, dass so eine Plattform natürlich laufende Kosten verursacht. Das Erstellen der Inhalte und die Programmierung haben etliche Mannmonate erfordert. Die Inhalte werden ständig erweitert und optimiert. Die Betreuung der Mitglieder erfordert eine Menge Zeit. Da finde ich es angemessen, dafür einen kleinen Beitrag zu erheben.
Es gibt noch einen weiteren Grund. Ich weiß nicht, ob das in ganz Deutschland so verbreitet ist, aber hier im Rheinland sagt man: "Was nichts kostet, ist nichts".
Aber Glück ist doch unbezahlbar ...
Im Prinzip schon. Bei meinen Recherchen stieß ich vor einiger Zeit auf eine Zahl von 3,9 Mill. Dollar, die jemand bei einer Umfrage von Yahoo als Summe angegeben hatte, was ihm das Glück wert sei. Leider habe ich die Quelle bisher noch nicht gefunden. Aber in der Tat: Es müsste uns eine Menge wert sein, glücklich zu sein. Wir geben ja auch so eine Menge Geld dafür aus: Wir kaufen ein tolles Auto für 40.000 €, weil wir davon erwarten, damit glückliche Momente zu erleben. Ähnliches geschieht mit Kleidung, Kosmetika, Reisen, Alkohol, Zigaretten usw. Alle diese Dinge sollen uns glücklich machen. Dabei gehen wir oft absurde Umwege und rennen ständig in Sackgassen.
Ich halte den kleinen Mitgliedbeitrag im GlücksNetz für die zweitbeste Investition im Leben. Die beste bleibt immer offen.
Welche Zielgruppe wollen Sie erreichen?
Ich sehe zwei Hauptzielgruppen: Erstens die Menschen, die für sich etwas tun wollen im Sinne von persönlicher Meisterschaft. Die ihre Fähigkeiten zu einem erfüllten Leben ausbauen möchten. In der Regel ist diese Zielgruppe schon motiviert im Sinne von Lernbereitschaft und aktiver Lebensgestaltung.
Die zweite Zielgruppe sehe ich in den Menschen, denen es nicht oder zurzeit nicht gut geht. Diese Menschen wollen hauptsächlich aus dem Elend herauskommen. Sie sind motiviert im Sinne von "Bloß weg davon". Im GlücksNetz erlebe ich Mitglieder dieser Zielgruppe, die nach den ersten Übungen ihren persönlichen Glückpegel schlagartig um 20 oder 30 Punkte erhöht haben. Dazu muss ich sagen, dass das GlücksNetz die Möglichkeit bietet, den persönlichen Glückspegel in verschiedenen Lebensbereichen auf einer Skala von 0 bis 100 einzuschätzen. 0 bedeutet dabei tiefstes Unglück und 100 höchstes Glück.
Was befähigt Sie dazu, ein GlücksNetz zu eröffnen?
Ich sehe drei Kompetenzen, die ich hier in für mich idealer Weise zusammenführen kann:
Erstens bin ich von der Ausbildung her Ingenieur und arbeite seit 1983 selbstständig auf dem Gebiet der Informationstechnologie (IT). Zahlreiche Projekte im Internet befähigen mich dazu, die notwendige Technik mit Datenbanken usw. zu beherrschen.
Zweitens hat mich das Thema "Effizientes Lernen" schon immer sehr interessiert. Ich lerne sehr gerne und viel. Ich habe als Dozent Schülern und Studenten effizientes Lernen beigebracht. Später habe ich das mit der IT zusammengebracht und etliche Erfahrungen auf dem Gebiet E-Learning gesammelt.
Drittes habe einige Erfahrungen auf dem Gebiet der aktiven Lebensgestaltung. In zahlreichen Kursen, Workshops etc. habe ich viel gelernt, wie man konstruktiv Umstände verändert. Zum spezifischen Thema Glück habe ich in den letzten Jahren alle wichtigen Forschungsergebnisse gründlich studiert. Dies ist ein permanentes Thema bei mir, um immer "up to date" zu sein.
Sind Sie ein Weltverbesserer?
Ich war da sicher "gefährdet", um es vorsichtig auszudrücken. Eine Frau, die mir mal sehr nahe stand, hat an einer Stelle, an der ich täglich mehrfach vorbei kam, mal ein Bild mit einem Spruch von Pearl S. Buck aufgehängt: "Wenn du die Welt verbessern willst, kannst du gleich bei dir anfangen". Ich habe das als Warnung verstanden. Seit dem bin ich sehr vorsichtig mit dem Weltverbessern geworden. Ich verstehe es jetzt mehr als aktive Mitgestaltung. Das ist übrigens auch einer der Wege zum Glück.
Was wollen Sie mit dem GlücksNetz bewirken?
Ich wäre ganz glücklich, wenn es möglichst große Zahl von Menschen sagen würden, dass sie durch das GlücksNetz eine Bereicherung ihres Lebens erfahren haben. Mir wird ganz schwindelig, wenn ich daran denke. Selbst wenn ich am Ende meines Lebens sagen könnte: "Ich habe einige Menschen zu ihrem Glück verholfen", wäre das nicht so schlecht.
Wie haben Sie selbst gelernt, glücklich zu sein?
Diese Frage habe ich befürchtet. Die meisten fragen etwas anders "Bist du denn selbst glücklich?".
Ich bin in meinem bisherigen Leben schon viele Irrwege gegangen. Ich habe auf der Jagd nach Geld und beruflichem Erfolg meine Ehe ruiniert und beinahe meine Gesundheit. Ich habe mich, was das eigene Glück und das meiner unmittelbaren Mitmenschen anging, früher oft töricht verhalten. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich mit den Kenntnissen, die ich heute habe, mir eine Menge Arbeit, Frust und auch Geld hätte ersparen können.
Es wäre vermessen, wenn ich jetzt behaupten würde, ich wäre immer total glücklich. Aber durch die langjährige Beschäftigung mit dem Thema und vor allem durch die Erstellung des GlücksNetzes selbst habe ich viel gelernt. Das ist die Wissensseite, die Theorie. Die ist wichtig, aber nicht ausreichend. Wichtig ist die Praxis. Ich habe vieles ausprobiert und damit eine Menge positiver Erfahrung gesammelt. Und ich lerne jeden Tag dazu. Vor allem Dank der Feedbacks der Mitglieder im GlücksNetz.
*Elita Wiegand ist Geschäftsführerin des Business-Clubs innovativ-in.de




