Negative Gefühle im Zaum halten

Negative Gefühle wie Ärger, Wut, Zorn beeinträchtigen unser Glück enorm. Wenn wir negativen Gefühlen freien Lauf lassen, können sie beträchtlichen Schaden anrichten. Bei uns und bei Anderen. Vielfach wird geraten, die Wut rauszulassen, zu schreien. Dahinter steckt das Bild von einem Gefäß, in dem sich Druck aufgebaut hat. Die - falsche - Vorstellung: Der Druck muss abgelassen werden, dann ist alles wieder gut.
Im Moment mag das auch gut tun, langfristig ist die Wirkung fatal. Nach den Erkenntnissen der Verhaltensforschung findet nämlich ein Lernprozess statt. Wir verbinden mehr und mehr den Reiz (Ärger von außen) mit einer Reaktion (Dampf ablassen, schreien). Wenn wir dies viele Male wiederholen, dann läuft die Reiz-Reaktions-Kette automatisch ab. Wir haben gelernt auf schlechte Nachrichten und unangenehme Ereignisse mit Wut, Zorn und Toben zu reagieren.
Fatale Folgen
Die Folgen sind fatal. Erstens verschlimmern wir oft die Situation, weil wir mit unserer explosiven Reaktion auch unsere Mitmenschen beeinflussen. Es entsteht leicht Streit, die Situation eskaliert. Die Polizeiberichte sind voll davon, wie aus Nichtigkeiten Katastrophen entstanden: Zertrümmerte Wohnungen, Verletzte, Tote.
Zweitens veranlassen wir unseren Körper Hormone - vor allem Adrenalin - auszuschütten, die uns auf Angriff und Kampf mobilisieren. Diese Stoffe werden im Körper erst langsam abgebaut. Nach einem Wutanfall sind wir eine Stunde später noch erregt. Der auslösende Anlass ist lange vorbei, aber die Agressivität tragen wir noch eine Weile mit uns herum. Wir nehmen sie mit in unsere anderen Tätigkeiten. Häufige Adrenalin-Ausschüttungen schwächt unser Immunsystem und macht uns anfällig für Krankheiten.
Gefühle beherrschen statt von ihnen beherrscht zu werden
Wir können negative Ereignisse nicht vermeiden. Aber wir können lernen mit ihnen angemessen umzugehen und uns nicht von ihnen beherrschen zu lassen.
Erster Schritt dazu: Die negativen Geisteszustände erkennen. Wenn wir uns darüber bewußt sind, wann wir verärgert, wütend oder zornig sind und welches die Auslöser waren, dann sind wir auf dem besten Wege, zum Meister unserer Gefühle zu werden.




